Sakura-Kai
Okinawa Goju-Ryu
„Schlage niemanden und lasse nicht zu, dass jemand dich schlägt. Das Ziel ist Frieden, ohne dass es zum Kampf kommt.“

Goju-Ryu gehört neben Shorin-Ryu und Uechi-Ryu zu den bekanntesten traditionellen Karatestilen Okinawas. Der Stil ist weltweit verbreitet und in zahlreichen Büchern, Artikeln und Videoaufzeichnungen ausführlich dokumentiert. Diese Inhalte an dieser Stelle lediglich zu wiederholen, wäre wenig sinnvoll. Wer sich näher mit der Entstehungsgeschichte des Goju-Ryu beschäftigen möchte, findet einen ersten Überblick im deutschsprachigen Wikipedia-Artikel .
Der Gründer des Stils, Chojun Miyagi (1888–1953), systematisierte Goju-Ryu auf der Grundlage des Naha-te, das er bei seinem Lehrer Kanryo Higaonna erlernte, sowie seiner Beschäftigung mit chinesischem Kenpo während seiner Reisen nach Fuzhou. In dieser Verbindung liegt das charakteristische Zusammenspiel harter und weicher Techniken, das Goju-Ryu bis heute prägt.
Technisch arbeitet Goju-Ryu auf mittlerer und besonders auf kurzer Distanz. Viele Stellungen des okinawanischen Goju-Ryu werden etwas höher ausgeführt als in manchen japanischen Karatestilen. Dadurch lässt sich das Training gut an Alter, Erfahrung und körperliche Voraussetzungen anpassen. Weiche Bewegungsprinzipien, Atemtechniken und eine kontrollierte Trainingsweise ermöglichen es, Goju-Ryu langfristig und bis ins höhere Alter zu praktizieren. Davon zeugen zahlreiche Meister auf Okinawa, die auch im fortgeschrittenen Alter aktiv trainieren und unterrichten.
In Deutschland ist Goju-Ryu bis heute überwiegend durch japanisch geprägte Linien vertreten, von denen viele auf Gogen Yamaguchi (1909–1989) und die unter seiner Leitung entstandene Goju-Kai zurückgehen. Nach der Überlieferung dieser Linie übertrug Chojun Miyagi Yamaguchi die Aufgabe, Goju-Ryu auf den japanischen Hauptinseln zu verbreiten. Im Zuge dieser Verbreitung wurde der Stil an japanische Trainings- und Verbandsstrukturen angepasst und methodisch weiterentwickelt. Dadurch entstanden erkennbare Unterschiede zu den okinawanischen Linien – unter anderem in der technischen Ausführung, der Interpretation einzelner Kata und der Gestaltung des Trainings.
Dojos, die sich in Deutschland ausdrücklich einer okinawanischen Goju-Ryu-Linie zuordnen, sind im Vergleich zu den japanisch geprägten Schulen seltener. Diese Unterschiede stellen keine Wertung dar, sondern sind Ausdruck verschiedener Überlieferungs- und Entwicklungslinien innerhalb des Goju-Ryu.
Zum klassischen Kern des okinawanischen Goju-Ryu zählen zwölf Kata. Je nach Schule und Überlieferungslinie kommen weitere Formen hinzu, die von Schülern Chojun Miyagis zur methodischen Weiterentwicklung des Stils geschaffen wurden. In unserer Linie gehören dazu Gekiha und Kakuha , entwickelt von Großmeister Seikichi Toguchi, einem Schüler Chojun Miyagis und Seiko Higas .
In den traditionellen Kampfkünsten besitzt die persönliche Weitergabe des Wissens einen besonderen Stellenwert. Unsere Überlieferungslinie führt von Chojun Miyagi über Seiko Higa, Seikichi Toguchi und Yoshio Kuba zu Shihan László Harsányi . Zu seinen langjährigen Schülern gehört unser Sensei Andrej Ovchinnikov.
Im Laufe seines Bestehens hat unser Verein mehrere Schwarzgurte hervorgebracht. Vielleicht werden einige von ihnen künftig eigene Trainingsgruppen aufbauen und ihr Wissen an die nächsten Generationen weitergeben.
Auch du kannst deinen ersten Schritt auf dem Weg des Harten und Weichen machen. Wer weiß – vielleicht wirst du oder dein Kind später selbst Verantwortung übernehmen und Karate an andere weitergeben. Jeder große Weg beginnt mit einem kleinen, oft kaum sichtbaren Schritt.
Weiterführende Informationen
- Goju-Ryu – Überblick bei Wikipedia
- International Goju-Ryu Karate-Do Sakura-Kai
- Goju-Ryu Family Tree – Sakura-Kai (PDF)
Weitere Begriffe, Biografien und Trainingsprinzipien erklären wir in unserer Karate-Enzyklopädie .